Ehrlich, verträumt, kindisch, ironisch, sarkastisch, lustig, romantisch, oberflächlich, tiefsinnig, interessiert, Ich. ☮
Anfang des Monats reiste ich in die Hauptstadt.
Anfang des Monats sah ich Jared Leto.
Ich möchte zurück und beides nochmal machen.
Seit Tagen hatte ich mich auf die kleine Reise gefreut. Überlegt was ich mitnehmen sollte, den Koffer gepackt, wieder ausgeräumt, andere Outfits zusammengestellt, wieder von vorne angefangen und nochmal neu gepackt.
Ich polterte bereits um 6 Uhr morgens durch die leise, noch schlafende Nachbarschaft. Einige Vögel, flohen vor mir und ich meine, den einen oder anderen Fluch eines Nachbarn gehört zu haben. Aber vielleicht war das auch nur mein schlechtes Gewissen.
Ich machte mich auf den Weg nach Köln. Im völlig überfülltem Zug, kassierte ich einige böse Blicke, weil mein Koffer störte und stellte irgendwann fest, das ich vergessen hatte mir ein Zugticket zu kaufen. Ich verdrückte ein paar Schweißperlen, weil ich Angst vor einer Kontrolle hatte, schaltete meinen Ipod an, lehnte mich an die Fensterscheibe und beobachtete den Tag beim erwachen.
Am Flughafen nahmen wir ein überteuertes, ungesundes aber doch leckeres Frühstück bei Starbucks zu uns, plauderten über die bevorstehende Reise und freuten uns auf eine schöne Zeit.
Ich bin jedesmal aufs neue davon fasziniert, das wir es den Vögeln gleich tun können.
Ich flog.
Wir waren für einen kurzen Moment, Teil des Himmels, konnten die Erde von oben betrachten und durch Wolken schwimmen.
Was für ein tolles Gefühl.
In Berlin angekommen.
Wir setzten uns in die Bahn und fuhren zum Hotel, verstauten unsere Koffer, ruhten uns für eine halbe Stunde aus, machten uns frisch und pilgerten anschließend zur Zitadelle Spandau. Das Wetter war auf unserer Seite, wir ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen, reihten uns in die Meute der wartenden ’30 Seconds to Mars’ Fans ein und warteten ungeduldig auf den Einlass.
Wir bewaffneten uns mit kühlen Getränken, positionierten uns am linken seitlichen Rand der Bühne und warteten, warteten, warteten.
Dann wurde die Musik vom Band runtergefahren und eine junge Dame Namens Simonne Jones betrat die Bühne. Sie sah niedlich aus, das erste Lied gefiel mir, dann wurde es anstrengend. Die Melodien wiederholten sich und die Texte bestanden aus gefühlten 10 Wörtern, die in einer Wiederholungsschleife gefangen waren.
Fazit Simonne Jones = Ich war froh als sie wieder weg war.
Die Aufregung stieg, ich trippelte von einem Bein aufs andere, streckte den Hals Richtung Bühne, wollte das es endlich los geht, wurde ungeduldig….. Und dann kam er.
Er. Oh mein Gott.
Jared Leto stand auf der Bühne und ich transformierte zu einem verliebten Teeniemädchen, das den Schwarm auf der Bühne anschmachtet, zujubelt und mit einem dicken grinsen im Gesicht, zu den Liedern mitgröhlt.
Ich habe meine Lieblingsjungs schon einige Male live gesehen. Die Preise der Tickets stiegen mit jedem Jahr, die Hallen wurden immer größer und mittlerweile gibt es sogar eine kleine Show.
Wir sahen maskierte Trommler, Menschen die sich in großen “Reifen” drehten, mit Wasser gefüllte Riesenballons, Männer die auf einer Wippe umher sprangen, Aufblasbare Tiere und Konfettigeschosse.
Mr. Leto war in Bestform. Er machte Witze, sprach viel mit dem Publikum, forderte zum tanzen, springen und singen auf, verschwand kurz von der Bühne, und tauchte wie auch schon bei den vorherigen Konzerten ,plötzlich irgendwo im Publikum wieder auf.
(Whoohoo, ich mag das Video. Schade das man den einen oder anderen Sänger im Publikum nicht rausfiltern kann.)
“Was it a dream?
Is this the only evidence that proves it
A photograph of you and I”
Ach, wieso muss alles schöne immer so schnell wieder vorbei sein? Mars spielten ca. 1,5 Stunden. Ich war enttäuscht das es keine Zugabe gab, obwohl ich doch noch locker 8 Stunden hätte weiter machen können.
Die Konfetti Kanone schoss weiße Papierschnipsel in die Luft, die in meinem Ausschnitt und meinen Haaren landeten. Beim näheren betrachten der Schnipsel, stellte sich heraus, das es kleine Zettel, mit diversen ’30 Seconds to Mars’ Schriftzügen waren. Yay!
Ich hatte so unglaublich viel Spaß.
Danke Mars. Danke Jared.
S. ✌
Ach, was war das heute schön. Die Sonne schien, der Himmel strahlte in einem herrlichen blau und ich besuchte zusammen mit meinem Opa einen Keramikmarkt in unserer Stadt.
Auf dem sogenannten Pottbäckermarkt, zeigten 88 Keramik- oder Porzellanhersteller ihre Arbeiten.
Es gab Schmuck, Tassen, Schalen, Teller, Vogelhäuser, Skulpturen, Lampen und noch mehr.
Es gab die eine oder andere schöne Teekanne, die ich gerne mit nach Hause genommen hätte. Wenn sie nur nicht so teuer gewesen wären…
Der Marktplatz war gefüllt mit Menschen. Hunde wuselten umher, es wurde gelacht, man trank Bier, genoss die Sonne, füllte den Bauch mit leckerem Flammkuchen und schlenderte von einem Stand zum nächsten.
An einem Stand wurden Waffeln für 1€ verkauft. Die Einnahmen gehen an ein Frauenhaus in der Stadt. Der köstlich süße Geruch lockte uns an. Wir streuselten Puderzucker auf die heißen Leckereien und machten eine kleine Pause in der Sonne.
Zwei junge Männer saßen auf dem Marktplatz und spielten Gitarre.
Ich war auf einem Markt.
Selbstverständlich habe ich auch was gekauft.
Ich genieße mein kleines Schätzchen jetzt auf dem Balkon. Gefüllt mit schwarzen Tee mit Milch und Zucker, einer Schüssel Erdbeeren und einem Hörbuch.
S. ✌
Vor einigen Tagen, stieg ich in eine Zeitmaschine, stellte sie auf ‘Kindheit’ ein und stieg mit Vorfreude wieder in einem Freizeitpark in Bottrop-Kirchhellen aus.
Es war ein kalter Tag, der Hände, Ohren, und Nasenspitzen frieren ließ, aber mit einem herrlich blauen Himmel und vereinzelten Sonnenstrahlen glänzen konnte.
Der Park war erst seit einigen Tagen aus seinem Winterschlaf erwacht und daher noch nicht ganz in seiner gewohnten Form. Die großen Achterbahnen schlummerten noch vor sich hin und die Wildwasserbahnen war aus Verletzungsgründen (gefrorenes Wasser) gesperrt.
Ein Duftgemisch aus Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und warmen Crepes mit Nutella umwehte unsere Nase.
Wir flanierten durch den Park, genossen die recht leeren Wege, hielten die Nase in die Sonne, beobachteten Kinder die aufgeregt zum nächsten Fahrgeschäft rannten und gaben bei der Fahrt in der Achterbahn im dunklen, den ein oder anderen Kreischer zum besten.
Papas warfen Bälle auf Dosen, Freunde versuchten Stofftiere für die Liebste zu schießen, Mädchen angelten niedliche Stoffgeishas aus dem Automaten.
Wir schauten uns eine kleine Filmmusik-Show an, summten bei Titeln aus Bodyguard, Der unendlichen Geschichte und Zurück in die Zukunft mit, fanden den Helden der “Van Helsing Show” toll und klatschten bei einer Western Show zu einer entschärften, Jugendfreien Version von “Sex on fire” mit. (Es wurde “We are on fire” gesungen.)
Ich ließ mich dazu überreden in die Kinderversion des Towers (siehe unten) zu steigen und verbrachte die Fahrt in luftiger Höhe mit verschlossenen Augen und Herzklopfen. Auf das große Exemplar da unten, hätten mich keine 10 Pferde bekommen. Ja, jetzt ist es raus, ich bin sehr mutig und verwegen.
“It’s a me. Mario”
“It’s so fluffy.”
Also dieses Konzept vom 4D Theater, mit kippelnden Sitzen die auf den realistisch wirkenden Film reagieren, würde auch sehr gut in mein heimisches Wohnzimmer passen.
Zum Krönenden Abschluss des Tages gab es dann noch Eis mit frischen Erdbeeren, weißer Schokolade, Browniestückchen und Schokolinsen. Sooo lecker.
S. ✌
Dinge die ich träume:
Ich bin in einem alten einsamen Haus. Der Teppich ist mit einer dicken Schicht Staub bedeckt, die Wände sind mit einer goldbraunen Blumentapete bekleidet. Die Möbel sind alt, ich sehe dunkles Holz und schwere Polstermöbel. Eine alte Standuhr, steht laut tickend in der Ecke des Flures. Auf einer alten verwittert aussehenden Kommode steht eine Schatulle. Ich öffne sie. Finde ein Stück Papier. Jemand hat mit geschwungener Handschrift eine Nachricht hinterlassen.
Ich lese: “Wenn du baden gehen möchtest, dann geh zuerst in die Küche. Dort ist die Tapete etwas locker. Du musst sie wieder an die Wand klopfen. Dann reinigen sich die Rohre im Bad und geben wieder warmes Wasser.”
Ich lese die dubiose Nachricht, nicke mit dem Kopf und denke “das hört sich logisch an.” Ich suche die Küche. Laufe durch einen dunklen Flur. Er steht leer. Es gehen vier weiße Türen von ihm ab. Ich öffne die erste. Es ist das Schlafzimmer. Auf einem riesigen Himmelbett liegt ein schwarzes Kleid. Es ist altmodisch, so wie der Rest des Hauses. Am Saum schaut dunkle Spitze heraus. Das Fenster ist geöffnet. Obwohl es mitten am Tag ist, dringt keine Helligkeit in den Raum. Die Vorhänge bewegen sich leicht. Ich grusel mich. Frage mich wer hier wohnt. Es muss eine alte Frau sein. Kenne ich sie? Ich schließe die Tür und gehe weiter.
Ich finde die Küche. Sie ist mit allen möglichen Dingen vollgestopft. Sie erinnert mich an einen Tante Emma Laden. Ich sehe große Milchkannen, Körbe, gefüllt mit Kartoffeln und Zwiebeln. Die Lebensmittel sind eindeutig alt. Es riecht streng in dem Raum. Auf einem großen Tisch steht diverses Geschirr. Eine Kaffeetasse mit Blumenmuster, verschiedene Schüsseln, Besteck, Mehl ist auf der Tischplatte verteilt. Es sieht aus als hätte es im Raum geschneit.
Über einem Ofen in der Ecke hängt ein Stück grüne Tapete hinunter. Ich erinnere mich an die Schatullennachricht aus dem Wohnzimmer. “Du musst die Tapete fest klopfen”. Ich blicke mich um, greife nach einem Reisigbesen und friemel mit dem Stiel an der Küchenwand herum. Irgendwie schaffe ich es, die Tapete wieder an die Wand zu bringen. Ohne Kleister. Ich drehe den Besen um und klopfe energisch mit der Borstenseite auf die von mir renovierte Küchenwand. Ich klopfe und klopfe. Als mir mein Arm vom Geklopfe weh tut höre ich auf. Schaue mir mein Werk an und bin zufrieden.
“So, wo ist denn dieses Badezimmer?” Ich verspüre den plötzlichen Drang baden zu gehen.
Ich gehe zurück in den leerstehenden Flur, öffne die nächste Tür und betrete ein altes Bad. Es ist mit schwarzlilafarbenden Kacheln ausgelegt. Es ist winzig klein. Ein altes dreckiges Waschbecken quetscht sich an eine kleine Toilette.
Ich lasse Wasser in die Badewanne laufen. Finde etwas Lavendelöl. Träufle ein paar Tropfen ins Nass. Es riecht nach Honig. Das Wasser ist heiß. Ich habe mit meiner Klopferei in der Küche gute Arbeit geleistet. Ich ziehe mich aus. Steige in die Badewanne. Atme erleichtert aus. Es ist als ob ich ein schweres Rätsel gelöst habe und jetzt am Ziel meiner Mühen angelangt bin. Ich schließe die Augen. Plötzlich höre ich ein lautes Summen. Erschrocken öffne ich meine Augen. Ich bin wieder angezogen. Liege mit an mir haftender nassen Kleidung in einer mir fremden Badewanne. “Wo kommt dieses Summen her?” Ich Blicke hoch Eine Horde Bienen zieht in Form einer acht brummende Kreise an der Zimmerdecke. Mein Herz klopft schneller. Ich kann mich nicht bewegen. Beobachte das drehende Bienenkarussel. Sie fliegen immer wieder achten. Formen das Unendlichkeitssymbol. Ihr Summen wird lauter und lauter. Es ist als hätte ein laufender Traktor im Badezimmer geparkt. Ich will aufstehen. Fort aus diesen Raum. Plötzlich fällt eine der Bienen ins mittlerweile kalte Badewasser. Sie rudert hilflos mit ihren kleinen Flügeln und ertrinkt. Ihr lebloser Körper schwimmt auf der Wasseroberfläche und treibt in meine Richtung. Bald hat sie meinen Arm erreicht. Ich will nicht das sie mich berührt. Das Summen lässt nach. Drei weitere Bienen fallen leblos auf mich herab. Ich bekomme Panik. Springe hoch, rutsche halb auf den kalten Fliesen aus. Es gibt nirgendwo Handtücher. Meine Kleidung schmiegt sich wie eine zweite Haut an meinen Körper. Meine Haare hängen wie Spaghetti an meinem Rücken. Mir ist kalt.
Ich laufe in den Flur. Er steht plötzlich voller Möbel. Auf einem alten Ledersessel hat jemand einen Berg von Jacken und Mänteln geworfen. Ich greife zum erstbesten Mantel. Er riecht muffig, spendet aber tröstende Wärme. Ich höre das jemand in der Küche ist. Ein Mann, er redet wütend mit sich selbst. Aus dem Schlafzimmer dringt Musik in mein Ohr. Eine alte Frau summt einer mir unbekannte Melodie. Ich weiß nicht wer diese Menschen sind, oder warum ich in ihrem Haus bin. Ich will nicht das sie mich sehen. Mit tropfender Kleidung und hämmerndem Herzen, öffne ich die Wohnungstür. Eisiger Wind schlägt mir entgegen. Ich stolpere, falle eine Stufe hinab. Habe Erde und Sand im Gesicht. Eine Haarsträhne fällt auf meinen Arm. Eine tote Biene hat sich darin verknotet und baumelt umgeben von einem Haarwust hin und her.
Ich wache auf.
S.