Wie lang dauert eine Momentaufnahme? Steckt das Wesen der Musik im
nonchalanten Wurf eines Augenblicks oder im feinteiligen Basteln an
Details in den Monaten danach? „Damwild“, das Debütalbum von
La Boum Fatale, ist das Dokument einer Freundschaft, die durch die
gemeinsame Arbeit gewachsen ist.
Antonio de Spirt and Levente Pavelka lernen sich und ihre jeweiligen
musikalischen Vorlieben 2010 in Hamburg während ihres Studiums kennen. Und erkennen schnell die Gelegenheit,
miteinander die Band zu starten, die beide immer haben wollten:
elektronisch, experimentell, fetzig, geradeaus. Egal, ob es am Ende
Popmusik oder Schranz ist. Auch wenn weder der eine noch der andere ein
Instrument beherrschte; es stellt sich schnell heraus, dass sie keines
benötigen würden.
Vor allem aber entdecken sie sich als wohltuender Ankerpunkt in der sie
umgebenden Nerdigkeit ihres Studienganges. Als Möglichkeit, wieder mal
locker und nicht wahnsinnig zu werden. Dann doch lieber hin und wieder
auf den Zufall vertrauen. Das sich Verlaufen provozieren und Dinge
bewusst falsch machen. Ausgefuchste Tüftelei vs. Schuss aus der Hüfte.
Selten entsteht die Musik doch aus ihrer eigenen Genre-geschichte.
Neo-Dubstep, Post-Postrock-House - gleich, wonach La Boum Fatale am Ende
klingen mögen, so beziehen sie ihren eigentlich Zauber bei weitem eher
aus der gewaltigen Schönheit der brachial verzerrten Gitarren von
Deftones’ „White Pony“ oder dem leicht überdosierten Kitsch von M83, der
spröden Intimität eines Arthur Russell oder der unverplüschten
Direktheit der früheren Tocotronic. Und tragen damit zu einem zeitlosen
Entwurf zeitgeistiger Musik bei, reichen weiter, regen an und halten den
Ball am Rollen. In ihrer persönlichen und nahen, in ihrer einladenden
Art.
Und nicht zuletzt sind wir - Label und Band - glücklich, uns gefunden zu
haben. Baten La Boum Fatale ihr Berliner Lieblingslabel Sinnbus
zunächst um Ratschlag, an wen sie sich denn mit dieser Musik nun wenden
könnten, fielen allen mit einem Male die Schuppen von den Augen. Wir
selbst können ja alles veröffentlichen, was uns umwirft. Und mit La Boum
Fatale beschreiben wir nun gemeinsam ein neues Blatt.
Nach dem lässigen Versprechen, das La Boum Fatale am Anfang dieses
Jahres mit ihrer Single "AAA" gaben, folgte nun endlich das lange Format,
um dieses Versprechen doppelt lässig einzulösen. Im Juni 2012
erschien "Damwild".
.......................................................................
How long is a snapshot? Where to find the essence of music? In a
nonchalant move of a single moment or in the fragmented bricolage in the
following months? "Damwild", La Boum Fatale's debut, is the document of
a friendship, that has grown by working together. Antonio de Spirt and Levente Pavelka get to know each other and their
respective musical preferences in 2010 in Hamburg during their studies . Soon they realize the possibility of having exactly
this band both of them always wanted to have: electronic, experimental,
cool, straigt forward. No matter if it will be pop music or kind of
scabby in the end. Even if both of them did not know how to play any
instruments. They would not need to, as it turned out. Most of all they were discovering each other as being calming fixed
points while being surrounded by the nerdiness of their studies. As a
possibility to let loose instead of going mad. To rather trust in
coincidence once in a while. To provoke going astray or doing things
wrong on purpose. Shrewd tinkering vs. a shoot from the hip. Music
rarely comes from its own genre history. Neo-Dubstep,
Post-Postrock-House - whatever La Boum Fatale may sound like, their
actual magic sources by far more from the massive beauty of the
Deftones' brutely distorted guitars in their "White Pony" era, the
slightly overdosed kitsch of M83 or the brittle intimacy of Arthur
Russel. This way they contribute their part to an ageless draft of
zeitgeisty music, pass on, encourage and keep the ball rolling. In their
own personal, inviting way. And not least, we - label and band - are glad we have gotten together.
Initially La Boum Fatale were asking their most favourite Berlin label
for advice whom to go to with this record, when suddenly the scales fell
from our eyes. We can release what ever we want to, what ever blows us
away. And with La Boum Fatale we will start this new chapter. Following the cool promise made by "AAA", their first single, here's the
long one finally to keep it. "Damwild" is out scince june 29th. 2012.
press kit@www.sinnbus.de